Systemwahl

Folgende Punkte waren für die Auswahl für mich wichtig

  • große Fläche mit günstigen Kollektoren
  • einfache hydraulische Technik
  • einfache Brennwerttherme, die über die Kollektorsteuerung geregelt wird
  • gute, außenliegende Wärmetauscher
  • gute Systemsteuerung
  • Nutzung meiner "Vorinstallation"

Die große Fläche ermöglicht es, die Kollektoranlage auch im Winter und besonders in der Übergangszeit einzusetzen. Die Kosten für die "Kellerinstallation" sind auch bei kleinen Kollektorfeldern vorhanden. Wenn dann der Kollektor-qm-Preis nicht viel größer als der zu erwartende Zuschuss ist, ist auch eine große Fläche relativ günstig zu bekommen.

Der Einsatz von Standardpumpen, Standardmischern und Standardschiebern ermöglicht einen nachhaltigen Betrieb der Anlage.

Wie ein Test  der Stiftung Warentest gezeigt hatte, liegen die Brennwertkessel dicht beieinander und können durch die Bank als "gut" bezeichnet werden. Da der Kessel durch die zentrale Steuerung geregelt werden soll, kommt es auf irgendwelche Finessen der Brennersteuerung gar nicht an. D.h., hier kann ein einfacher Brenner, der gut zu warten ist, gut seinen Dienst verrichten.

Ich fand die Idee mit den einfachen Pufferspeichern ohne innenliegende bewegliche Teile und Technik sehr einleuchtend (im Störfall kommt man da nicht mehr dran). In diesen Speichern befindet sich eigentlich nur "totes" (sauerstoffarmes/-freies) Heizungswasser; ein Durchrosten ist eigentlich nicht zu erwarten und auf Opferanoden oder elektrische Maßnahmen kann verzichtet werden. Bei der Abnahme von Warmwasser erhält man immer frisches warmes Wasser und kann dieses auch zum anschließenden Kochen (Tee, Reis, Nudeln,...) verwenden (kann man mit einem Boiler vielleicht auch, ist aber für mich abgestandenes Wasser, und ich fand es nicht mehr so toll, nachdem ich mal die Opferanode gewechselt hatte. Das ist aber sicher nur eine Geschmacksfrage; vielleicht bin ich da zu empfindlich).

Eine gute Steuerung ist m.E. das A und O, um eine solche Anlage optimal zu steuern.

Beim Ausbau des Dachgeschosses hatte ich bereits Kupferrohre im Drempel verlegt und isoliert, da ich bei einer späteren Montage eines Kollektors nicht den ganzen Drempel wieder leer räumen wollte. Hier hatte ich aus jetziger Sicht vielleicht drei Fehler gemacht:

  • Ich hatte Weichlot verwendet. Einer Diskussion im Haustechnikdialogform zu Folge könnte es bei hohen Stillstandstemperaturen im Sommer eventuell zu Problemen mit den Lötstellen kommen. Der gewählte Kollektor hat eine Stillstandstemperatur von 189°C und sollte damit im grünen Bereich liegen, zumal diese Temperaturen vermutlich auch nur einen kurzen Moment auf den ersten Metern im Rohrsystem auftreten werden.
  • Zur Isolierung hatte ich zwar gute Armaflex-SH-Isolierung verwendet, die mir damals für die Rohre zum Kollektor empfohlen wurde, aber es gibt auch noch eine Armaflex-HT-Isolierung, die bis 150°C geeignet ist. Ob es die damals schon gab, weiß ich nicht.
  • Der Leitungsquerschnitt war mit 18 mm evtl. zu knapp gewesen. Daher kam ein Low-Flow-System in Frage, aber auch da gab's erst mal ein Stirnrunzeln, und es wurde gerechnet.

Die genannten Punkte führten zu Bedenken meinerseits, und ich war drauf und dran nach anderen (neuen) Leitungswegen zu suchen oder das Ganze zu kippen. Letztlich und nach Gesprächen mit dem Solarinstallateur habe ich mich dann doch dazu entschlossen, meine frühere Arbeit nicht umsonst gewesen sein zu lassen.

Die Wahl fiel letzten Endes auf

Ich hätte gerne größere Fläche installieren wollen, aber das Dach war durch die Form und ein ungünstig liegendes Fenster nicht optimal zu nutzen. Zudem war der Platz für den Pufferspeicher begrenzt, zumal im Keller auch das Aufrichtmaß und die spätere Isolierung berücksichtigt werden  muss und die Türbreite (hier 80 cm) auch ein limitierendes Maß war. Außerdem spielt das Portemonnaie auch noch eine kleine aber entscheidende Rolle, denn man stürzt sich da in ein Projekt mit erst mal ungewissem Ausgang und die Kosten sollen sich in überschaubarem Rahmen bewegen.