Kollektoranlage

Die erste Frage, die wir gestellt bekommen, wenn das Gespräch auf die Kollektoranlage wechselt, ist:

"Rechnet sich das denn???"

Komischerweise hat uns das noch keiner gefragt, wenn wir uns ein neues Auto gekauft haben. Gleiches gilt natürlich für einen PC, ein Notebook, eine Sitzecke, usw.. 

Aber dennoch ist hier die Antwort: "Ja!", aber dazu später mehr.

Geliebäugelt hatten wir schon immer mit einer Kollektoranlage, aber seinerzeit, als wir gerade gebaut hatten, aus Kostengründen wieder verworfen. Und das war gut so, denn damals (das war 1990) hatten wir nur das Warmwasser im Fokus. Das hätte sich kaum gelohnt - weder für die Umwelt, noch für uns. Denn der Energieanteil am Gesamtwärmeenergiebedarf (Warmwasser + Heizung), der für Warmwasserbereitung benötigt wird, liegt bei ca. 13% - und von diesen 13% lassen sich vielleicht 60% durch die Sonne decken; das sind dann knapp 8% am Gesamtenergiebedarf an Heizung und Warmwasser. Das ist besser als nichts, aber dennoch denkbar wenig. (s. Bild rechts) Wenn man nur Warmwasserbereitung über die Sonne im Auge hat, knabbert man nur an dem kleinen Stück. Ziel sollte es sein, von dem großen Kuchen ein ordentliches Stück abzubeißen. Wie groß das sein kann, versuche ich hier darzulegen. Vorweg: Das ist nicht 1:1 auf alle anderen Umgebungen übertragbar. Es kommt sehr auf die baulichen Gegebenheiten (Größe, Fläche, Isolierung), die Ausrichtung, die Lebensgewohnheiten der Bewohner, die bereits eingesetzte Technik usw. an. 

Also: wenn man schon teure Technik auf das Dach und in den Keller setzt, dann sollte sich der Aufwand auch lohnen, indem man versucht, möglichst viel von den verbliebenen 92% Heizenergie abzuknapsen und nebenbei auch noch das Duschwasser damit zu wärmen (und nicht andersrum). Ob der Installateur nun einen 400l-Speicher oder einen 1000l-Speicher anschließt, macht in den Lohnkosten nicht viel Unterschied, die Speicher sind mit zunehmender Größe im Verhältnis günstiger zu haben und jeder zusätzliche Quadratmeter Kollektorfläche macht relativ wenig an den Gesamtkosten aus, zumal die Zuschüsse derzeit nach Quadratmetern bemessen werden. Hat man sich dagegen erst mal für eine kleine Lösung (nur Warmwasser, ohne Heizungsunterstützung) entschieden, ist

  • das Geld ausgegeben,
  • der Platz auf dem Dach vertan,
  • der Platz im Keller vertan.
  • Kurzum: Der Zug ist für die nächsten Jahre erst mal abgefahren.

Der Skeptiker sagt jetzt: "Das Dilemma ist doch, dass die Sonne im Winter nicht so toll scheint und im Sommer dagegen die Energie nicht gebraucht wird." Ist aber beides kein Problem:

  • Den größten Nutzen erzielt man in der Übergangszeit (März, April, Mai und September, Oktober November). Dann scheint die Sonne schon oder noch ausreichend stark, und es wird in der Regel je nach Dämmzustand des Hauses auch genügend Heizungsenergie benötigt.
  • Auch an Sonnentagen im Winter steuert die Kollektoranlage ihren Teil an der Heizungsenergie bei - ist zwar wenig, aber immerhin. Man sollte es aber speziell im Dezember und Januar nicht überschätzen.
  • Die Heizung kann im Sommer ausgeschaltet bleiben und muss nicht unwirtschaftlich laufen.

Die Gründe für einen Systemwechsel liegen somit eigentlich auf der Hand...